2. Bericht vom GÖD-Kongress
UG-Redner Sellner zerfetzt den Leitantrag „Bildung“ am GÖD-Kongress, obwohl dieser Antrag „mehr personelle und ausstattungsmäßige Ressourcen“ fordert, d.h. etwa eine Absenkung der gesetzlichen und effektiven Klassenschülerhöchstzahlen und Gruppengrößen. Sellner:„Wir brauchen ein Bildungsystem, ein öffentliches Bildungssystem, in dem die alte humanistische Forderung, dass Allgemeinbildung Bildung aller in allem bedeutet, zum Tragen kommt. Und nur eine öffentliche Schule kann das und wird das weiterhin garantieren. Öffentliche Bildung - öffentliche Schule.“ Soweit Koll. Hans Sellner von den UG in seiner Wortmeldung am GÖD-Tag zum Leitantrag Bildung. Abgesehen davon, dass die Privatschulen, die zwar einen anderen Träger haben, aber auch Öffentlichkeitsrecht besitzen, hier in dieser Wortmeldung (bewusst?) unter den Tisch fallen, hat sie noch andere Implikationen, wenn nur mehr nebulos von Bildung aller in allem gesprochen wird. Da wird wenig differenziert, da wird dem Leitantrag Bildung „eine Art Rassismus der Tüchtigen“ vorgeworfen, da wird unterstellt, man würde die Schüler in „Arbeitswillige und Arbeitsunwillige einteilen“. Damit zielte er etwa die folgenden Punkte im Bildungsantrag an:
„Um nicht wertvolle Ausbildungszeit junger Menschen und materielle Ressourcen zu vergeuden sowie einen frühen Einstieg in das Erwerbsleben zu ermöglichen, wird die Anerkennung und Anrechnung bereits erbrachter Qualifikationen auf allen Ebenen der Schulausbildung, der beruflichen Bildung und insbesondere im postsekundären und tertiären Bildungsbereich gefordert.“ An sich ein vernünftiger Vorschlag im Antrag. Aber in Wirklichkeit dürfte es Sellner und den Uglern darum gehen, eine Eintopfschule zu kreieren, die undifferenzierte Gesamtschule. In dieses Bild passen auch die folgenden Ausführungen Sellners: Er wittert hinter den andiskutierten Beratungen der Volksschulkinder bei Umstieg in eine höhere Schule oder in die Hauptschule eine ausschließlich sozial motivierte soziale Selektion. Sellner: „Wer wird sich beraten lassen, das Kind passt nicht in eine höhere Schule? Die Migrantinnenfamilie (Anm. von mir: sind Migranten inzwischen nur mehr weiblich - kann das eine ganze Familie sein?), vielleicht Leiharbeiterin, oder wer aus einer Akademikerfamilie, der schon die entsprechende Förderung und auch das Wiederherstellen von Leistungswilligkeit und Ähnlichem bezahlen kann.“ Abgesehen davon, dass im Leitantrag nichts zu diesen andiskutieren Beratungen oder Prüfungen steht, impliziert Sellners Wortmeldung etwas anderes, nämlich die Forderung nach gänzlicher Aufgabe der Differenzierung im Bereich des Bildungssystems und damit läuft dies schon wieder auf die Gesamtschule hinaus. Das wird und wurde von der FCG immer vehement abgelehnt. Es geht nicht um einen Einheitsbrei, der die Schüler ausschließlich nach sozialen Kriterien bewertet, es geht um Differenzierung, wir bekennen uns sehr wohl auch zur Leistung und zu einer umfassenden, ganzheitlichen Betrachtungsweise der Schule und unserer Schülerinnen und Schüler. Leistungsfeindlichkeit oder einschränkende Blickwinkel lehnen wir ab.

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