Im Mittagsjournal war soeben ein kurzer Beitrag: Gehrer wird Verordnung ohne Änderungen unterschreiben. Damit können die DIRs für das nächste Jahr lehrfächerverteilend wirksam werden. Nach meinem Wissensstand bedarf ein Abweichen von Gehrers Modell an der AHS der Zustimmung des SGA. Nachfolgend noch eine Stellungnahme der AK. Erich Themmel


Bildung/Arbeiterkammer/Stundenkürzungen
AK: Bloßes Kürzen der Unterrichtsstunden bringt keine Entlastung für SchülerInnen
Utl.: AK fordert pädagogisches Gesamtkonzept zur Entlastung von Schülerinnen und Schülern =

Wien (AK) - "Grundsätzlich sind Maßnahmen zur Entlastung der Schülerinnen und Schüler zu begrüßen", sagt Johanna Ettl, Leiterin des Bereiches Bildung in der AK Wien. "Allerdings stellt ein alleiniges Kürzen der Unterrichtsstunden ohne ein pädagogisches Gesamtkonzept kein geeignetes Mittel zur Entlastung dar". Der vorliegende Plan der Stundenkürzungen in allen Schulstufen ohne Begleitmaßnahmen ist nur als reine Sparmaßnahme zu werten, die letztlich auch eine steigende Arbeitslosigkeit bei LehrerInnen zur Folge haben wird. Ohne Begleitmaßnahmen wird noch mehr neuer Stoff zum Lernen in den Nachmittag verlagert, die jetzt schon hohen Nachhilfekosten steigen dadurch weiter an. Auch die Betreuungskosten werden für Eltern erheblich höher sein, da weniger Unterrichtszeit auch mehr betreute Freizeitstunden bedeutet.

Die AK lehnt den vorliegenen Entwurf von Ministerin Gehrer ab und fordert ein pädagogisches Konzept, das einerseits eine Überarbeitung der Lehrpläne mit entsprechender Reduktion des Lehrstoffes vorsieht, andererseits für mehr Förderunterricht und mehr Berufsorientierung sorgt.

"Ein pädagogisches Gesamtkonzept ist unbedingt erforderlich, bei dem eine Überarbeitung der Lehrpläne mit entsprechender Reduktion des Lehrstoffes vorgesehen ist", betont Johanna Ettl. Die eingesparten Lehrerstunden sollten für Fördermaßnahmen wie zB Förderunterricht, AssistenzlehrerInnen u.a. verwendet werden. Eine Verbesserung der Berufsorientierung sowie das Verhindern von Repetieren beziehungsweise das Minimieren von Schulabbrechern sind ebenfalls wichtige Entlastungsmaßnahmen für SchülerInnen. Jährlich kosten allein die Repetenten rund 300 Millionen Euro. Durch die Einführung eines Kurssystems könnten diese Kosten bei gleichzeitiger Erhöhung der Abschlussquoten stark reduziert werden.

"Die Stundenkürzung gerade im berufsbildenden Bereich bedarf einer sorgfältigen Überprüfung, da die jeweiligen Berufsberechtigungen sowie der Hochschulzugang nicht gefährdet werden dürfen", sagt Ettl. So sind etwa Stundenkürzungen bei der Handelsschule, die mit 32 oder 33 Wochenstunden geführt wird, abzulehnen. Besonders betroffen von den Stundenkürzungen sind auch die Schulformen für Berufstätige, da diese bereits jetzt stark reduzierte Stundenpläne aufweisen. Es besteht hier die Gefahr, dass der jeweilige Lehrstoff nicht mehr ausreichend vermittelt werden kann. "Hier zeigt sich neuerlich ein fehlendes Konzept, eine reine Stundenkürzung über alle Schularten und Sonderformen ist daher nicht zielführend", so Ettl abschließend.

Rückfragehinweis: AK Wien Presse
Katja Robotka
Tel.: (++43-1) 501 65-2331
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