DER STANDARD
Freitag, 9. Mai 2003, Seite 8 Inland http://derstandard.at/Zeitung/

Lehrervertreter nach Interview zurückgetreten
Wien - Helmut Jantschitsch, Vorsitzender der AHS-Lehrergewerkschaft, ist zurückgetreten. Der Grund: massive Kritik aus den Reihen seiner Fraktion - der FCG - nach einem STANDARD-Interview (Samstag-Ausgabe), in dem er als Alternative zu den Sparvorschlägen von Bildungsministerium und Rechnungshof laut über eine 45-Minuten-Stunde, im Ausgleich dafür gekürzte Ferien, aber keine höhere Jahresarbeitszeit für Lehrer nachgedacht hatte.

Jantschitsch war fünfeinhalb Jahre Vorsitzender und scheidet auch aus der Bundessektionsleitung aus, der er 14 Jahre lang angehört hat. Er stehe weiterhin zu seinen Aussagen im STANDARD, sagte Jantschitsch. Er hätte gehofft, dass ihm die Kollegen "ein gewisses Maß an persönlicher Denkfreiheit und strategischen Überlegungen" zugestehen. Das sei aber nicht der Fall gewesen. Die Entscheidung zum Rücktritt sei ihm auch dadurch "erleichtert" worden, dass die GÖD-Spitze den ersten AHS-Aktionstag am 9. April gegen die Stundenkürzung unerwartet wenig unterstützt habe. Sein Nachfolge tritt Azevedo Weißmann an.

Gleichzeitig gehen die Proteste an allen Schulen gegen die Regierung weiter. Gestern gab es Dienststellenversammlungen an Volks- und Hauptschulen. Nächste Woche, am 13. Mai, werden sowohl Pflichtschulen als auch BHS wegen der Pensionsreform streiken. Beim AHS-Streik letzten Dienstag ging es hingegen um die Stundenkürzungen. Bildungsministerin Elisabeth Gehrer hält daran fest und unterschrieb die (leicht adaptierte) Verordnung noch gestern.
(mon)





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