Da kann man ja nur begeistert sein.Als Prüfer braucht man sich keine Gedanken um die Fragenausarbeitung mehr zu machen. Über individuelle Schwerpunkte im Unterricht wohl auch nicht, denn es wird alles von oben vorgegeben. Super! Es wird Zeit, dass die Ferien kommen, dass wieder ein wenig Ruhe ins Bildungswesen einkehrt. MfG J.Zwickl
----- Original Message -----
From: "Erich Wallner"
To: "'Lehrerforum'"
Sent: Friday, May 16, 2003 11:46 AM
Subject: LF: Zentralmatura


> DER STANDARD
> Freitag, 16. Mai 2003, Seite 8
>
> Gleiche Fragen für alle Maturanten
>
> Die Präsidentin des Wiener Stadtschulrats, Susanne Brandsteidl (SP),
> fordert eine "Wiener Matura": Alle Kandidaten der Haupt- stadt sollen
> am selben Tag dieselben Fragen beantworten müssen. Bildungsexperten
> beurteilen eine Zentralmatura aber skeptisch.
>
> Lisa Nimmervoll
>
> Wien - "Wiener Matura" als bildungspolitische Trademark, die
> "anspruchsvoller und attraktiver" als im Rest des Landes sein soll:
> Die amtsführende Präsidentin des Wiener Stadtschulrates, Susanne
> Brandsteidl, fordert eine Zentralmatura - zumindest für Wien. Alle
> Maturanten eines Jahrgangs sollen demnach am selben Tag dieselben
> schriftlichen Aufgaben lösen müssen. Erarbeiten sollen den
> einheitlichen Prüfungsbogen die zuständigen Landesschulinspektoren für
> ihren Schultyp. Schüler-"Coach", also Klassenlehrer, und Prüfer wären
> dann getrennt, begründet Brandsteidl im APA-Interview. Matura müsse
> mehr sein als "Wiederkäuen der Arbeiten und Aufsätze in der achten
> Klasse", Fachbereichs- und Projektarbeiten seien unabdingbar.
> Eigenständiges Arbeiten, verpflichtende Einbeziehung neuer Medien bei
> der mündlichen Prüfung, womöglich in einer Fremdsprache, stehen
> ebenfalls auf der Vorschlagsliste Brandsteidls. Auch die
> Maturakommissionen will die SP-Politikerin umkrempeln. Nicht nur
> Lehrer, auch die "Abnehmer" der Absolventen (Wirtschaft, Wissenschaft,
> Arbeitnehmervertreter) schweben ihr als Kommissionsmitglieder mit
> Stimmrecht vor. Dadurch, so die Hoffnung der
> Stadtschulratspräsidentin, würde die Matura "zu einer wirklich
> öffentlichen Prüfung, die gesellschaftliche Akzeptanz hat".
> "Technische" Voraussetzung für die "Wiener Matura" wäre eine geänderte
> Reifeprüfungsverordnung. Mehrkosten entstünden keine, glaubt
> Brandsteidl, Mehrwert sehr wohl: Die Matura würde wieder ernst
> genommen und "näher ans Leben geführt". "Zentralisierungsidee"
> Während die Vizepräsidentin des Stadtschulrates, Monika Mühlwerth (FP),
> die "Wiener Matura" als "grundsätzlich begrüßenswert" bezeichnete,
> sprach der frühere FP-Bildungssprecher, Sportstaatssekretär Karl
> Schweitzer, im STANDARD-Gespräch von einer "sozialistischen
> Zentralisierungsidee", die die "wichtige Schulautonomie konterkariert".
> Schweitzer selbst, der schon lange eine "Reform der Matura, wie sie
> jetzt ist", fordert, setzt indes auf themenkonzentrierte Projekte als
> Abschlussarbeit.
> Auch Bildungsexperten sind skeptisch. Herbert Altrichter, Professor für
> Pädadogik an der Uni Linz, erklärt im Gespräch mit dem STANDARD: "Die
> Idee einer Zentralmatura hofft auf Gerechtigkeit durch Gleichheit der
> Aufgaben für alle Schüler." Bloß lernten eben nicht alle Schüler das
> Gleiche, wendet Altrichter ein. Es gebe "Rahmenlehrpläne, innerhalb
> derer die Lehrkräfte - mit den geplanten Stundenkürzungen noch stärker -
> Schwerpunkte setzen können und müssen." Daher entspreche der jetzige
> Einfluss der Klassenlehrer auf die Prüfungen der Schwerpunktbildung
> besser. Strebe man "Gerechtigkeit im Basiswissen an und frage nur mehr
> zentrale Inhalte ab, degradiert das andere Inhalte zur ,Zutat und
> unterläuft die gewünschten Schwerpunkte", so Altrichter.
> Brandsteidls Kollege, Salzburgs Landesschulratspräsident Gerhard
> Schäffer (VP), hält "von einer punktuellen regionalen Maturalösung gar
> nichts". Eine Zentralmatura, und sei sie nur auf Länderebene, mache
> abgesehen vom Problem mit Schulschwerpunkten und Profilbildungen
> "wesentlich mehr Beamte oder frei gestellte Lehrer für die
> Fragenerarbeitung und damit mehr finanzielle Ressourcen notwendig", so
> Schäffer.
> Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (VP) sprach sich bereits einmal
> gegen eine Zentralmatura, aber für festgelegte Standards trotz
> unterschiedlicher Schulprofile aus. Walter Strobl, Bildungssprecher der
> VP-Wien, will die "Wiener Matura" ebenso diskutieren wie
> "Leistungsstandards an allen Nahtstellen".
>
>
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