Rundschau > Kommunen und Länder schätzen, dass es
> bundesweit zwischen 80 000 und 400 000 Schulverweigerer
> gibt, ...
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Wir sollten darauf klar sagen, dass es Rezepte gegen das Verweigern von Schule gibt. Keine Verallgemeinerungen. Sondern immer auf die betreffenden Schüler, auf das Lehrerteam und auf die Eltern bezogene Lösungen.

Es ist Aufgabe der Schule, die Lösungen an die Schule heranzubringen. An jeder Schule müssen dafür Ressourcen geschaffen werden. Die anstehenden Probleme können nicht von Lehrern nebenbei bewältigt werden, sie müssen gezielt angegangen werden.

Wir können davon ausgehen, wenn die Schule die Ressourcen nicht schafft und zur Verfügung stellt, so kommt der überwiegende Teil der Betroffenen unter die Räder. Aber das sollen wir uns nicht leisten wollen!

Wer das Problem mit klarem volkswirtschaftlichen Verstand angeht, wird bemerken, dass es der Allgemeinheit um ein Vielfaches besser und billiger kommt, wenn der Staat Dienstleistungen anbietet, als wenn er Menschen einfach im Regen stehen lässt.

Weil der Mensch in der Schule zählen soll (auch wenn er in Schwierigkeiten steckt), darum ist es vorrangig, dass wir diese Probleme gebührend ernst nehmen und nach Lösungen suchen!

Günter Wittek


-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: "Timo Davogg"
An: "Lehrerforum"
Gesendet: Samstag, 17. Mai 2003 18:13
Betreff: LF: Sprengsatz Schulschwänzer


: http://www.fr-aktuell.de/ressorts/nachrichten_und_politik/deutschland/?cnt=2
: 14117 17 05 03
:
: Sprengsatz Schulschwänzer
:
: Pädagogen fordern mehr Sozialarbeit gegen Verweigerer
:
: Hunderttausende Kinder und Jugendliche in Deutschland schwänzen regelmäßig
: die Schule. Diese Verweigerungshaltung berge ein wachsendes Potenzial
: "gesellschaftlicher Sprengsätze", erklärte der Verband Bildung und Erziehung
: (VBE) am Freitag auf seinem "Deutschen Lehrertag" in Schwerin. Die Pädagogen
: forderten mehr Sozialarbeit in Schulen, um das Problem zu lösen.
:
: Von Jörg Feuck
:
: Laut Deutschem Jugendinstitut sind fünf bis zehn Prozent aller Schüler
: "aktive Schulschwänzer". Eine noch größere Zahl hat sich "innerlich
: verabschiedet", sitzt beispielsweise passiv im Unterricht oder provoziert
: durch dauerndes Stören. Kommunen und Länder schätzen, dass es bundesweit
: zwischen 80 000 und 400 000 Schulverweigerer gibt, die Bertelsmann-Stiftung
: geht von einer halben Million "Schulmüder" aus. Der VBE macht in dem
: Zusammenhang den "Übergang von der Grundschule in eine weiterführende Schule
: als schwierigste Phase" aus. VBE-Bundesvorsitzender Ludwig Eckinger hob
: hervor, der schleichende Schulausstieg beginne bereits bei den Zehn- und
: Elfjährigen.
:
: Besonders an Hauptschulen habe sich Schwänzen "wie eine Epidemie
: ausgebreitet". An Haupt- und Sonderschulen fehlten im Schnitt zehn bis 20
: Prozent der Schüler mehrere Stunden pro Woche unentschuldigt. Eckinger
: sagte, die Lehrer hätten zu wenige diagnostische Kompetenzen und seien
: angesichts der immer drängenderen Problemursachen (etwa Sprachprobleme,
: Krisen und Armut in Familien) überfordert. Schulsozialarbeit könne helfen,
: Schüler "wieder einzugliedern". In einer in Schwerin verabschiedeten
: Resolution heißt es: "Das Wichtigste ist, ein Abgleiten in Kriminalität zu
: verhindern und allen Schülerinnen und Schülern zu einem Abschluss zu
: verhelfen."
: Nach Ansicht des VBE müssen Schulen, an denen sich soziale Probleme ballen,
: besser ausgestattet und Schulsozialarbeiter dort einen "festen Platz"
: erhalten. Schulsozialarbeit, so Eckinger, "könnte ein Baustein für eine ganz
: neue Grundhaltung werden. Dass wir keinen hängen lassen dürfen. Dass wir uns
: um jeden kümmern müssen". Die im internationalen Vergleich hohen Zahlen an
: Schulabbrechern und Sitzenbleibern dürfe man nicht hinnehmen.
:
: Eckinger kritisierte die Bundesländer, in denen Schulschwänzer von der
: Polizei in die Schule "zurück verfrachtet" und Eltern "mit Bußgeldern
: abgestraft" würden. Mit Mitteln des "Ordnungsstaates" werde "niemand
: wirklich abgeschreckt". Vielmehr müssten Jugendhilfe, Mediziner,
: Psychologen, Polizei, Kirchen, Schulen und Eltern ein "Netzwerk" bilden.
:
: Professor Christian Pfeiffer, Direktor des Kriminologischen
: Forschungsinstituts Niedersachsen, betonte, dass "Jungen zunehmend in die
: Krise geraten". Die Gewaltkriminalität steige besonders stark bei männlichen
: Jugendlichen. Um "problematische Schüler" aufzufangen, sei ein umfassendes
: Konzept nötig. Pfeiffer nannte etwa "Elternschulen" an Kindergärten,
: Sprachkurse für ethnische Minderheiten, Schul-Konfliktlotsen sowie eine
: "deutliche Erhöhung des Anteils der Schüler, die eine Ganztagsschule
: besuchen".
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