Austrian School Network

Kurt Apflauer

1. Auf dem Weg in die Informationsgesellschaft

Information wird zunehmend als ein wesentlicher, das gesellschaftliche, wirtschaftliche und kulturelle Leben sowie die Freizeit bestimmender Faktor erkannt. Der globale Fortschritt der Informations- und Kommunikationstechnologie lässt die Entfernungen schrumpfen, so dass eine Fülle von Informationen unabhängig von geographischen, institutionellen und funktionalen Grenzen gleichsam „griffbereit“ angeboten und bezogen werden können. Es gibt auch kaum ein Unternehmen mehr, das nicht über Computer verfügt. In zunehmendem Maße bieten Unternehmen ihre Leistungen und Güter via Internet an.

Damit werden der gekonnte Umgang mit modernen Informations- und Kommunikationstechnologien, die sogenannte „digitale Kompetenz“ und die „Medienkompetenz“ zu eminent wichtigen Schlüsselqualifikationen für junge Menschen, für die Ausbildung und Weiterbildung von Lehrern und auch im Rahmen der Erwachsenenbildung. Das gesamte Bildungssystem Österreichs wird durch diese technologischen Entwicklungen besonders gefordert und beeinflußt.

Ziel muß es sein,

Die Bildungseinrichtungen sind also besonders aufgerufen, auf die Herausforderung der globalen Informationsgesellschaft Antworten zu finden und die Voraussetzungen zu schaffen, damit die modernen Technologien sinnvoll, zweckmäßig und chancenreich für die Lebensgestaltung genutzt werden können.

Das ist auch der wesentliche Inhalt des Projektes „Austrian School Network (ASN)“.

2. Technologieoffensive des BMUK

Das Unterrichtsministerium und die Schulbehörden arbeiten seit einigen Jahren intensiv im pädagogischen, administrativen und Servicebereich an der Erneuerung, Weiterentwicklung und dem Einsatz moderner Informations- und Kommunikationstechnologien. Es werden dabei folgende Aktionslinien verfolgt:

3. Die Architektur des Austrian School-Networks (ASN)

Eine leistungsfähige und den Anforderungen angepasste Telekommunikations-Infrastruktur ist die technische Basis und notwendige aber nicht allein hinreichende Voraussetzung für den Einsatz multimedialer Technologien im Bildungsbereich.

Das BMUK hat 1996 das Projekt “Austrian School-Network (ASN)” mit dem Ziel gestartet, alle Schulen miteinander, mit den Schulbehörden, mit dem BMUK sowie mit den Universitäten zu vernetzen und so einen leistungsfähigen Zugang zu nationalen und internationalen Informationsquellen und Kommunikationspartnern zu ermöglichen.

Das ASN hat eine offene, nach den Regeln von TCP/IP aufgebaute Architektur. In seiner Konstruktion spiegeln sich die bildungspolitischen Grundsätze Dezentralisation, Autonomie, Subsidiarität und Kooperation.

Schulen und sonstige Bildungseinrichtungen aber auch einzelne Lehrpersonen können sich über Datenleitungen (Wählleitungen oder festgeschaltete Leitungen mit einer Bandbreite von 64 KB bis 2 MB) an einen ASN-Einwählknoten anschließen. Diese ASN-Knoten sind entweder mit anderen ASN-Knoten verbunden oder an das ACOnet, das ist das Hochleistungsdatennetz, das die österreichischen Universitäten verbindet, angeschlossen. Durch Line- und Ressourcensharing kann eine zweckmäßige und wirtschaftliche Netznutzung erzielt werden.

Jeder ASN-Einwählknoten ist je nach Bedarf mit Routern, Terminalserver, Modems, Domaine-, Name-Server, Web-Server, Proxyserver, News-Server ausgestattet.

Das ACOnet ist einerseits der Backbone für das ASN und über das ACOnet erfolgt auch die Verbindung zu den europäischen Bildungsnetzen (via TEN 34) und zum weltweiten Internet (via EBONE).

ASN-Einwählknoten wurden 1996 in Wien, Wr.Neustadt, St.Pölten, Graz, Klagenfurt, Linz, Salzburg und Innsbruck eingerichtet. Letzlich soll in jedem Bundesland ein Einwählknoten zum ASN errichtet werden.

Mit der Zusammenführung von ASN und ACOnet entstand ein österreichweites Bildungsnetz, das alle “Schulen”, von der Volksschule bis zu den Universitäten umfaßt.

DieTeilnahme der Schulen am ASN erfolgt im pädagogischen Bereich auf freiwilliger Basis.

Hauptanwendungsgebiet ist derzeit das Internet, wobei die Schulen vor allem die Dienste eMail und WWW verwenden, Newsgroups gewinnen an Bedeutung . Es besteht jedoch auch die Möglichkeit andere online-Datendienste zu nutzen, wie etwa das Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS), das Personalverwaltungssystem des Bundes (PIS), die Grundstücksdatenbank, das Firmenbuch, etc.

Als Gateway fungiert dabei derzeit das Österreichische Schulrechenzentrum (ÖSRZ) in Wien.

Bis zum Jahresende 1997 wird sich der Gesamtstand der Schulen im ASN auf ca. 1200 erhöhen.

Die E-Mail-Adresse und homepage-Adresse jeder Schule (URL) werden auf dem Web-Server des BMUK publiziert (http://www.bmuvie.gv.at). Die Eintragungen beruhen auf Schulmeldungen. Das Verzeichnis wird monatlich auf den neuesten Stand gebracht.

Dass die Schulen „nicht nur im technischen Sinne vernetzt“ sind sondern online-Datendienste auch intensiv nutzen, zeigt nebenstehende Übersicht:

Innerhalb eines Schuljahres stieg das Datenvolumen somit auf mehr als den 6-fachen Wert an. Tatsächlich sind die Datentransferraten höher, da die Netznutzung außerhalb des ACOnet (z.B. zwischen den Schulen eines Knotens oder durch Zwischenschalten eines Proxyservers) wirtschaftlich nicht meßbar ist.

4. Wie kommt eine Schule in das ASN?

Das ASN steht sowohl öffentlichen als auch privaten Schulen aber auch allen nichtkommerziellen Bildungseinrichtungen offen.

Interessenten wenden sich an den nächstgelegenen ASN-Knoten und bestellen den „ASN-Leitfaden für Schulen“. Er enthält die Informationen über Zugangsvarianten, über erforderliche Vorraussetzungen an der Schule und beschreibt die detaillierte Vorgangsweise für die Anbindung.

Als nächstes sind mit mit dem zuständigen Schulerhalter die Kostenfragen zu klären. Jede Schule muß ihre interne Ausstattung sowie die Herstellung und den Betrieb der Verbindung bis zum nächsten ASN-Einwählknoten selbst finanzieren.

Anschließend kann beim nächstgelegenen ASN-Knoten der Anschluss an das ASN beantragt werden.

Weitere Informationen erteilen die Landesschulräte, die ASN-Knoten oder das BMUK, Abt.Z/3, Spengergasse 20, 1050 Wien. Diese Stellen geben auch Auskunft, wie und in welchem Umfang über den Internet-Provider NETWAY ein Zugang zum Internet erfolgen kann.

5. Das ASN und Europa

Die EU hat im Rahmen der Technologie-Initiative “Lernen in der Informationsgesellschaft” 4 Aktionslinien festgelegt.

Diese Aktionslinien werden selbstverständlich auch im Rahmen des ASN verfolgt. Ebenso werden Vorhaben der EU unterstützt, die den europäischen Gedanken verfolgen, wie etwa die Europäischen Netztage, die europäischen Teleworking Tage, der Multimediawettbewerb oder das EUN-Projekt der Europäischen Kommission.

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